Autor: Thierry Julien, CEO, TJC Group
Die SAP-Transaktion SARA ist seit Jahrzehnten das Standardwerkzeug für die Administration der Datenarchivierung. Doch während die Datenvolumina exponentiell wachsen und Unternehmen unter zunehmendem Druck stehen, ihre SAP-Systeme schlank zu halten – insbesondere im Vorfeld von S/4HANA-Migrationen – erweist sich SARAs manueller, sitzungsweiser Ansatz zunehmend als unzureichend. In diesem Artikel untersuchen wir, warum SARA bei echter Archivierungsautomatisierung an Grenzen stößt und wie das Archiving Sessions Cockpit (ASC) der TJC Group diese Lücke schließt.
Inhaltsübersicht
Einführung
Datenarchivierung ist kein einmaliges Projekt. Sie ist eine kontinuierliche, wiederkehrende Disziplin. Jeden Tag erzeugen SAP-Systeme neue transaktionale Daten: Bestellungen, Rechnungen, Materialbelege, Änderungsprotokolle und mehr. Bleiben diese Daten ungemanagt, sammeln sie sich unaufhaltsam an, verschlechtern die Systemperformance, erhöhen die Speicherkosten und erschweren Migrationen.
SAP stellt die Transaktion SARA (Archive Administration) als natives Tool zur Steuerung von Archivierungsläufen bereit. In Kombination mit dem Archive Development Kit (ADK) bildet SARA seit Jahren das Rückgrat der SAP-Datenarchivierung. SARA wurde jedoch als Administrationsoberfläche konzipiert – nicht als Automatisierungs-Engine.
Dieser Unterschied ist enorm wichtig. Administration bedeutet, dass ein menschlicher Operator jede Archivierungssitzung manuell planen, konfigurieren, terminieren, überwachen und Fehler beheben muss. Automatisierung bedeutet, dass das System diese Aufgaben eigenständig, konsistent und ohne Unterbrechung übernimmt. Wenn Unternehmen ihre Archivierungsaktivitäten über Dutzende Archivierungsobjekte, Hunderte Buchungskreise und mehrere SAP-Systeme skalieren, wird die Lücke zwischen Administration und Automatisierung zu einem kritischen Engpass.
Was ist das Archiving Sessions Cockpit (ASC)?
Das Archiving Sessions Cockpit (ASC) ist die proprietäre Softwarelösung der TJC Group, die speziell dafür entwickelt wurde, den gesamten SAP-Datenarchivierungsprozess zu automatisieren und zu orchestrieren. ASC wurde als Antwort auf wiederholte Kundenanfragen nach einer Möglichkeit entwickelt, die manuelle Belastung durch wiederkehrende Archivierung zu eliminieren, und verwaltet sowie steuert alle Archivierungsläufe über einen zentralen Steuerungspunkt.
ASC ersetzt weder SARA noch das ADK. Es setzt darauf auf. Es nutzt die Standard-Archivierungsinfrastruktur von SAP, ergänzt sie jedoch um eine intelligente Automatisierungsschicht, die alles abdeckt, was SARA nicht leisten kann: Sitzungsplanung, Variantengenerierung, Terminierung, Ausführung, Monitoring, Fehlerbehebung, Wiederanlauf und Reporting.
Kernfunktionen von ASC – nur einige Beispiele
Automatisierte Massenarchivierung: ASC automatisiert initiale, regelmäßige und selektive Archivierungsläufe über alle konfigurierten Archivierungsobjekte hinweg – ohne manuelle Eingriffe.
Synchronisation mit dem Geschäftskalender: Archivierungssitzungen werden im Einklang mit IT-Wartungsfenstern und Geschäftskalendern geplant, sodass der laufende Betrieb nicht beeinträchtigt wird.
End-to-End-Sitzungsmanagement: ASC steuert alle Phasen jedes Archivierungslaufs – Schreiben, Löschen und Ablegen – bis zum Abschluss, einschließlich der Verwaltung von Abhängigkeiten zwischen den Phasen.
Automatische Fehlerbehebung: Wird eine Sitzung durch ein Systemproblem oder einen Fehler unterbrochen, stellt ASC die Sitzung automatisch wieder her und startet sie neu – ohne manuelles Troubleshooting.
Feingranulares Variantenmanagement: ASC kann detaillierte Archivierungsvarianten mit granularen Selektionskriterien verwalten und die passenden Varianten für jede Sitzung dynamisch anhand von Regeln statt statischer Werte generieren.
Nachvollziehbarkeit und Audit-Logging: Für jede Sitzung werden vollständige Protokolle geführt, die eine lückenlose Nachvollziehbarkeit für Compliance- und Audit-Zwecke gewährleisten.
SARA vs. ASC: Ein detaillierter Vergleich
Der folgende Vergleich zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen der ausschließlichen Nutzung von SARA und der Ergänzung durch das Archiving Sessions Cockpit:
| Fähigkeit | SARA (nativ) | ASC (TJC Group) |
| Terminierung von Sitzungen | Manuelle, objektweise Terminierung über den SAP-Job-Scheduler | Automatisierte Terminierung über alle Objekte hinweg, einschließlich mehrerer Systeme, synchronisiert mit Geschäftskalendern |
| Variantenmanagement | Statische Varianten; manuelle Anpassung erforderlich für Geschäftsjahre, Nummernkreise oder Verweilzeiten | Dynamische Variantengenerierung auf Basis konfigurierbarer Regeln; keine manuelle Anpassung erforderlich |
| Orchestrierung mehrerer Objekte | Keine integrierte Orchestrierung; jedes Objekt wird unabhängig verwaltet | Zentralisierte Orchestrierung aller Archivierungsobjekte in einer definierten Reihenfolge |
| Fehlerbehandlung | Manuelle Identifikation und Neustart erforderlich | Automatische Wiederherstellung und Neustart unterbrochener Sitzungen |
| Berücksichtigung des Geschäftskalenders | Keine; Terminierung muss manuell koordiniert werden | Integrierte Abstimmung mit IT-Zeitplänen und Geschäftskalendern |
| Konsolidiertes Monitoring | Nur Protokolle pro Sitzung; kein ganzheitliches Dashboard | Zentrales Monitoring aller Archivierungsläufe und ihres Status |
| Wiederkehrende Archivierung | Erfordert die manuelle erneute Ausführung jeder Sitzung | Vollautomatisierte, wiederkehrende Sitzungen in definierten Intervallen |
| Skalierbarkeit | Der Aufwand skaliert linear mit der Anzahl der Objekte und Buchungskreise | Der Aufwand bleibt unabhängig vom Archivierungsumfang begrenzt |
| Nachvollziehbarkeit | Einfache Job-Logs | Umfassende Nachvollziehbarkeits-Logs für Audit und Compliance |
| Langfristige Sicherung der Ergebnisse | Kein Mechanismus, um die Kontinuität nach dem initialen Projekt sicherzustellen | Automatisierte Wiederholung stellt sicher, dass die Verbesserungen dauerhaft erhalten bleiben |
Zusammengefasst: SARA liefert die technische Grundlage für die Archivierung, während ASC die Automatisierung, Orchestrierung und Intelligenz bereitstellt, die erforderlich sind, um Archivierung zu einem nachhaltigen, unternehmensreifen Prozess zu machen.
Warum vollständige Automatisierung wichtiger ist denn je
Mehrere zusammenlaufende Trends machen automatisierte Archivierung überzeugender als je zuvor.
Druck durch S/4HANA-Migrationen
Die anhaltende Migrationswelle von SAP ECC zu S/4HANA hat Datenvolumen- und Speichermanagement zu einer strategischen Priorität gemacht. S/4HANA läuft auf einer In-Memory-Datenbank (HANA), bei der jedes Gigabyte Daten die Infrastrukturkosten direkt beeinflusst. Eine Reduzierung der Datenvolumina vor der Migration verkürzt Konvertierungszeiten, senkt Hardwareanforderungen und reduziert Projektrisiken.
Allerdings ist Archivierung vor der Migration nicht gerade eine einmalige Übung. Während der Migrationsplanungsphase, die 12 bis 24 Monate dauern kann, sammeln sich weiterhin Daten an. Ohne automatisierte Archivierung, die in diesem Zeitraum kontinuierlich läuft, wachsen die mühsam reduzierten Volumina wieder an – und untergraben damit den eigentlichen Zweck der Maßnahme.
Begrenzte IT-Ressourcen
Erfahrene SAP-Basis-Administratoren und ILM-Lead-Consultants sind eine knappe Ressource. Sie der repetitiven, manuellen Aufgabe der Verwaltung von Archivierungssitzungen zu widmen, ist weder effizient noch nachhaltig. Automatisierung setzt diese wertvollen Ressourcen frei, damit sie sich auf höher priorisierte Initiativen wie Systemoptimierung, Sicherheit und Innovation konzentrieren können – und stellt zugleich sicher, dass ILM über die Zeit effizient läuft (Fokus auf Archivierungsquote).
Die Kosten des Nichtstuns
Wenn nicht regelmäßig archiviert wird, hat das spürbare finanzielle Folgen. Datenbankwachstum erhöht die Speicherkosten, verschlechtert die Systemperformance (was zu längeren Batch-Laufzeiten und langsameren Antwortzeiten für Nutzer führt) und erschwert System-Upgrades. Für Organisationen, die HANA einsetzen, ist die Kostenwirkung noch ausgeprägter, da In-Memory-Speicher deutlich teurer ist als herkömmlicher, festplattenbasierter Speicher.
Praxiswirkung: Was ASC in der Praxis liefert
Organisationen, die das Archiving Sessions Cockpit eingeführt haben, haben bemerkenswerte Ergebnisse erzielt. Kunden, die ASC nutzen, berichten von Archivierungsquoten von über 95 % bis 99 % – ein Wert, der mit manueller Archivierung nur schwer zu erreichen und praktisch unmöglich dauerhaft zu halten ist.
Über die initiale Datenbankreduktion hinaus liegt der wahre Wert von ASC in seiner Fähigkeit, diese Verbesserungen langfristig zu sichern. Durch automatisierte, wiederkehrende Archivierungssitzungen (monatlich, wöchentlich oder in der jeweils benötigten Taktung) stellt ASC sicher, dass Datenvolumina dauerhaft unter Kontrolle bleiben, statt nach Auflösung des Projektteams wieder anzusteigen.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Die SAP-Transaktion SARA bleibt ein notwendiges und leistungsfähiges Tool zur Ausführung einzelner Archivierungssitzungen. Sie wurde jedoch nie dafür entwickelt, die vollständige Automatisierung zu liefern, die moderne SAP-Umgebungen erfordern. Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie sich merken sollten:
- SARA ist ein Administrationstool, keine Automatisierungs-Engine. Es erfordert in jeder Phase manuelle Eingriffe – von der Variantenerstellung über Terminierung und Monitoring bis hin zur Fehlerbehebung und Wiederanlauf. Für gelegentliche Archivierung in kleinem Umfang mag das akzeptabel sein. Für unternehmensweite, wiederkehrende Archivierung ist es das nicht.
- Manuelle Archivierung skaliert nicht. Mit wachsender Anzahl an Archivierungsobjekten, Buchungskreisen und Systemen steigt der Aufwand für die Archivierungssteuerung über SARA allein linear. Automatisierung hält den Aufwand unabhängig vom Umfang begrenzt und konstant.
- Erfolge aus Archivierungsprojekten sind ohne Automatisierung nur temporär. Ein initiales Archivierungsprojekt kann beeindruckende Datenbankreduktionen erzielen, doch ohne automatisierte Wiederholung wachsen die Datenvolumina innerhalb weniger Monate wieder an. ASC stellt sicher, dass Archivierungserfolge dauerhaft erhalten bleiben.
- Automatisierung reduziert Compliance-Risiken. Konsistente, regelbasierte Archivierung stellt sicher, dass Aufbewahrungsrichtlinien einheitlich angewendet werden, und reduziert das Risiko regulatorischer Nicht-Compliance.
- Das Archiving Sessions Cockpit ergänzt SARA; es ersetzt es nicht. ASC baut auf der Standard-Archivierungsinfrastruktur von SAP auf und ergänzt die Orchestrierungs-, Intelligenz- und Automatisierungsschicht, die SARA fehlt. Zusammen bilden sie eine vollständige, unternehmensreife Archivierungslösung.
Wenn Ihr Unternehmen mit der manuellen Belastung der SAP-Datenarchivierung kämpft oder wenn Sie eine S/4HANA-Migration planen und Datenvolumina unter Kontrolle bringen müssen, kann die TJC Group helfen. Mit über 25 Jahren Expertise im SAP-Datenvolumenmanagement und einer bewährten Automatisierungslösung im Archiving Sessions Cockpit unterstützen wir Organisationen dabei, ihre Datenlandschaft ein für alle Mal in den Griff zu bekommen. Kontaktieren Sie uns, um mehr zu erfahren.