Autor: Priyasha Purkayastha, Globaler Content-Manager, TJC Gruppe
Die Cybersicherheitslandschaft im Jahr 2026 ist wichtiger denn je. Da KI-gestützte Bedrohungen zunehmen, Angriffsflächen wachsen und der regulatorische Druck steigt, müssen Unternehmen ihre Verteidigungsstrategien von Grund auf neu denken. Dieser Artikel beleuchtet die entscheidenden Trends, die die Datensicherheit im Jahr 2026 prägen, und liefert konkrete Maßnahmen – mit besonderem Fokus darauf, wie SAP-Datenarchivierung und übergreifende Datenmanagement-Praktiken als grundlegende Säulen einer resilienten Cybersicherheitsstrategie dienen.
Inhaltsübersicht
- Einführung
- Die Cybersicherheits-Bedrohungslage im Jahr 2026
- Warum Datensicherheit im Zentrum Ihrer Strategie stehen muss
- Die Rolle der SAP-Datenarchivierung in der Cybersicherheit
- Legacy-Systeme: Das stille Cybersicherheitsrisiko
- KI-gestützte Bedrohungen und wie Sie ihnen begegnen
- Aufbau einer cyberresilienten Organisation
- Regulatorische Compliance als Enabler für Cybersicherheit
- Die wichtigsten Erkenntnisse
Einführung
Cybersicherheit ist weltweit zur strategischen Priorität Nummer eins für Unternehmen geworden. Laut mehreren Berichten zu Cybersicherheitstrends führen der chaotische Aufstieg der KI, geopolitische Spannungen, regulatorische Volatilität und eine sich beschleunigende Bedrohungslage zusammen zu beispiellosen Herausforderungen für Sicherheitsverantwortliche.
In diesem Umfeld reicht ein reaktiver Ansatz nicht mehr aus. Unternehmen müssen proaktive, mehrschichtige Verteidigungsstrategien aufbauen, die nicht nur externe Bedrohungen adressieren, sondern auch interne Schwachstellen, die durch schlechte Datenmanagement-Praktiken, nicht archivierte Daten und Legacy-Systeme entstehen.
Die Cybersicherheits-Bedrohungslage im Jahr 2026
Die Bedrohungslage im Jahr 2026 hat sich dramatisch weiterentwickelt. Gegnerische KI ist längst keine theoretische Sorge mehr; sie wird aktiv eingesetzt, um Aufklärung zu automatisieren, äußerst überzeugende Phishing-Kampagnen zu erstellen, Malware in Echtzeit zu verändern und Deepfake-Identitäten zu erzeugen, die auf Führungskräfte der obersten Ebene abzielen.
Es wird prognostiziert, dass bis 2026 etwa 40 % der Enterprise-Anwendungen über aufgabenspezifische KI-Agenten verfügen werden. Diese Explosion agentischer KI schafft völlig neue Angriffsflächen, für die traditionelle Sicherheitsmaßnahmen nie ausgelegt waren. Ransomware-Operationen haben sich zu hochentwickelten kriminellen Unternehmen entwickelt, wobei generative KI tief in Ransomware-as-a-Service-Ökosysteme integriert ist. Zudem nehmen auch Supply-Chain-Angriffe weiter zu.

Warum Datensicherheit im Zentrum Ihrer Strategie stehen muss
Daten sind das primäre Ziel der meisten Cyberangriffe. Ob das Ziel finanzieller Gewinn, Spionage oder Störung ist – Angreifer sind letztlich auf die Daten Ihres Unternehmens aus: Kundendaten, Finanzdokumente, geistiges Eigentum und personenbezogene Daten (PII).
Genau deshalb darf Datensicherheit nicht als separate Initiative von Ihrer übergeordneten Cybersicherheitsstrategie behandelt werden. Jedes Gigabyte an Daten, das Ihr Unternehmen speichert, steht sowohl für Wert als auch für Risiko. Je mehr Daten Sie unnötig aufbewahren, desto größer wird Ihre Angriffsfläche. Robuste Datenschutz-Praktiken zu implementieren und Datenvolumina durch Archivierung zu reduzieren, sind daher wesentliche Sicherheitsmaßnahmen – nicht nur operative Effizienzgewinne.
Die Rolle der SAP-Datenarchivierung in der Cybersicherheit
Eine der am häufigsten übersehenen, zugleich aber äußerst wirksamen Cybersicherheitsstrategien ist die SAP-Datenarchivierung. Während Archivierung oft im Zusammenhang mit Systemperformance und Speicherkosten diskutiert wird, ist ihr Beitrag zur Datensicherheit ebenso bedeutend.
SAP-Systeme sammeln im Laufe der Zeit enorme Datenmengen an. Ein großer Teil dieser Daten – wie abgeschlossene Transaktionen, historische Datensätze, abgeschlossene Finanzperioden usw. – wird für den täglichen Betrieb nicht mehr benötigt, verbleibt jedoch in der Live-Datenbank. Dadurch entsteht eine unnötig große Angriffsfläche. Kommt es zu einem Sicherheitsvorfall, ist das Volumen der offengelegten Daten direkt proportional zum verursachten Schaden.
Vorteile der Implementierung von Archivierung für Datensicherheit im Jahr 2026
Durch die Implementierung einer strukturierten SAP-Datenarchivierungsstrategie können Unternehmen inaktive Daten aus dem Live-System in einen sicheren, kontrollierten Archivspeicher verschieben. Dieser Ansatz bietet mehrere Sicherheitsvorteile:
Reduzierte Angriffsfläche: Weniger Daten im Live-System bedeuten weniger Daten, die bei einem Vorfall gefährdet sind.
Verbesserte Zugriffskontrollen: Archivierte Daten können durch strengere Zugriffsrichtlinien geschützt werden als operative Daten.
Verbesserte Compliance: Archivierung unterstützt ein Aufbewahrungsmanagement im Einklang mit der DSGVO und anderen regulatorischen Anforderungen.
Besseres Monitoring: Eine schlankere Datenbank lässt sich leichter auf anomales Verhalten überwachen.
Es gibt überzeugende Gründe, regelmäßige Datenarchivierung in SAP zu etablieren – und Cyberresilienz gehört eindeutig dazu. Unternehmen, die Archivierung mit SAP Information Lifecycle Management (ILM) kombinieren, können Richtlinien zur Datenaufbewahrung und -löschung automatisieren und so sicherstellen, dass sensible Daten nicht länger als nötig gespeichert werden – ein Kernprinzip sowohl der Datensicherheit als auch der DSGVO-Compliance.
Legacy-Systeme: Das stille Cybersicherheitsrisiko
Vielleicht ist die gefährlichste Schwachstelle in den IT-Landschaften vieler Unternehmen eine, die im Hintergrund bleibt: Legacy-Systeme. Diese veralteten Plattformen, auf denen häufig ungepatchte Software läuft und moderne Sicherheitsfunktionen fehlen, sind ein bevorzugtes Ziel für Cyberkriminelle. Tatsächlich zählen ungepatchte Systeme konstant zu den größten Herausforderungen, vor denen Unternehmen bei der Absicherung ihrer SAP-Infrastruktur stehen. Da SAP die Mainstream-Wartung für ECC bis 2027 beendet, wird sich das Risiko durch Legacy-Systeme weiter verschärfen.
Die Folgen, wenn die Sicherheit von Legacy-Systemen vernachlässigt wird, sind gravierend. Legacy-Daten können ein hohes Cybersicherheitsrisiko darstellen, weil sie möglicherweise nicht verschlüsselt sind oder nicht durch angemessene Zugriffskontrollen geschützt werden. Es gibt überzeugende Gründe, Legacy-Systeme stillzulegen – und die Reduzierung des Sicherheitsrisikos steht ganz oben auf der Liste. Die versteckten Kosten der Wartung von Legacy-Systemen gehen weit über Lizenzgebühren hinaus; dazu zählen die steigenden Kosten durch Sicherheitsvorfälle, regulatorische Bußgelder und Reputationsschäden.
Die Lösung besteht nicht darin, alte Systeme einfach abzuschalten, sondern sie mit speziellen Tools ordnungsgemäß stillzulegen. Die Enterprise Legacy System Application (ELSA) der TJC Group, aufgebaut auf der SAP Business Technology Platform (BTP), ermöglicht es Unternehmen, Legacy-SAP- und Nicht-SAP-Systeme sicher außer Betrieb zu nehmen und dabei den vollständigen Zugriff auf historische Daten zu erhalten. ELSA umfasst Funktionen, die den Schutz sensibler Informationen sicherstellen, unbefugte Nutzer daran hindern, vertrauliche Daten einzusehen, und das Risiko von Datenlecks reduzieren.
KI-gestützte Bedrohungen und wie Sie ihnen begegnen
Künstliche Intelligenz hat die Cybersicherheitsgleichung grundlegend verändert. Auf der Angriffsseite berichteten etwa 83 % der Unternehmen, im vergangenen Jahr einen KI-gestützten Cyberangriff erlebt zu haben; fast 41 % stuften gegnerische generative KI als ihr größtes Sicherheitsproblem ein.
Zu den KI-gestützten Bedrohungen im Jahr 2026 zählen adaptive Ransomware-Agenten, die ihr Verhalten in Echtzeit anpassen, um der Erkennung zu entgehen, KI-gestütztes Voice-Cloning und Deepfake-Technologie für Vishing-Angriffe sowie automatisiertes Vulnerability-Scanning, das innerhalb von 72 Stunden nach Veröffentlichung einer Schwachstelle funktionsfähige Exploits erzeugen kann.
KI ist jedoch ebenso leistungsfähig als Verteidigungswerkzeug. Unternehmen sollten KI-gestützte Sicherheitslösungen nutzen für:
Echtzeit-Bedrohungserkennung: KI kann Muster in riesigen Datensätzen analysieren und anomales Verhalten schneller erkennen als menschliche Analysten.
Automatisierte Incident Response: KI-Agenten können Bedrohungen eindämmen und Response-Playbooks innerhalb von Sekunden nach der Erkennung starten.
Prädiktive Analytik: Machine-Learning-Modelle können auf Basis von Threat-Intelligence-Daten neue Angriffsvektoren prognostizieren.
Vulnerability Management: KI kann Patch-Maßnahmen anhand des tatsächlichen Risikos priorisieren, das jede Schwachstelle für Ihre spezifische Umgebung darstellt.
Entscheidend ist, dass Ihre defensiven KI-Fähigkeiten mit den Entwicklungen offensiver KI Schritt halten. Dafür sind kontinuierliche Investitionen in Security-Tools, Threat Intelligence und Mitarbeiterschulungen erforderlich.
Aufbau einer cyberresilienten Organisation
Im Jahr 2026 verlagert sich der Fokus von reiner Schutzwirkung hin zu langfristiger Cyberresilienz. Resilienz bedeutet, anzuerkennen, dass Sicherheitsvorfälle auftreten werden, und die organisatorische Fähigkeit aufzubauen, Vorfälle zu erkennen, darauf zu reagieren und sich davon zu erholen – mit minimalen Unterbrechungen des Geschäftsbetriebs.
Branchenanalysten identifizieren fünf strategische Säulen für ein zukunftsfähiges Cybersicherheitsprogramm:
Governance und Risikomanagement: Integrieren Sie Cybersicherheit in strategische Entscheidungen auf Vorstandsebene. Im Jahr 2026 haben 77 % der Vorstände die finanziellen Auswirkungen von Cybersicherheitsvorfällen diskutiert.
Mehrschichtige Verteidigung: Setzen Sie mehrere sich überlappende Sicherheitskontrollen ein, sodass bei Ausfall einer Schicht andere weiterhin kritische Assets schützen.
Kontinuierliches Threat Exposure Management: Gehen Sie über periodische Assessments hinaus und setzen Sie auf kontinuierliches, intelligence-gestütztes Testen und Monitoring.
Sicheres Infrastrukturdesign: Verankern Sie Sicherheit von Beginn an in Ihrer Architektur – einschließlich der Kontrolle des HANA-Datenbankwachstums durch proaktives Datenvolumenmanagement.
Cloud-Sicherheitsarchitektur: Da Unternehmen zu S/4HANA migrieren und Cloud-first-Strategien verfolgen, wird die Absicherung von Cloud-Umgebungen mit robusten Zugriffskontrollen, Verschlüsselung und Monitoring entscheidend.
Regulatorische Compliance als Enabler für Cybersicherheit
Regulatorische Rahmenwerke konvergieren zunehmend mit Cybersicherheitsanforderungen. Im Jahr 2026 erreicht die globale regulatorische Volatilität einen Höchststand; neue Gesetzgebung wie der UK Cyber Security and Resilience Bill erweitert die Aufsicht auf Managed Service Provider, Rechenzentren, Cloud-Plattformen und KI-Anbieter.
Anstatt Compliance als Belastung zu sehen, nutzen vorausschauende Unternehmen sie als Katalysator, um ihre Cybersicherheitslage zu stärken. DSGVO-Compliance schreibt beispielsweise Datenminimierung, Zweckbindung und sichere Verarbeitung vor – alles Prinzipien, die bei korrekter Umsetzung das Cybersicherheitsrisiko direkt reduzieren.
SAP bietet innerhalb von SAP-Systemen lizenzfreie Lösungen für DSGVO-Compliance, wodurch es für Unternehmen einfacher wird, Datenschutzmaßnahmen ohne zusätzliche Lizenzkosten umzusetzen. In Kombination mit automatisierter Archivierung und ILM schaffen diese Tools ein Compliance-Framework, das gleichzeitig die Datensicherheit stärkt.
Unternehmen, die in mehreren Rechtsräumen tätig sind, müssen zudem unterschiedliche Anforderungen an Steuern, Audits und Datenresidenz erfüllen. Eine zentralisierte Datenmanagement-Strategie stellt sicher, dass Compliance-Bemühungen Ihre Sicherheitsarchitektur stärken, statt sie zu fragmentieren.
Die wichtigsten Erkenntnisse
Die Stärkung Ihrer Cybersicherheits-Verteidigungsstrategie im Jahr 2026 erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der über traditionelle Perimetersicherheit hinausgeht. Dies sind die wichtigsten Maßnahmen, die Sie priorisieren sollten:
Reduzieren Sie Ihre Angriffsfläche durch SAP-Datenarchivierung: Implementieren Sie regelmäßige Datenarchivierung, um inaktive Daten aus Live-Systemen zu verlagern und so das Datenvolumen zu reduzieren, das im Falle eines Vorfalls offengelegt werden könnte.
Stilllegen Sie Legacy-Systeme dringend: Legacy-Plattformen gehören zu den am häufigsten ausgenutzten Einstiegspunkten für Angreifer. Nutzen Sie spezielle Lösungen wie ELSA der TJC Group, um veraltete Systeme sicher außer Betrieb zu nehmen und gleichzeitig den Datenzugriff zu erhalten.
Nutzen Sie KI zur Verteidigung, nicht nur für Angriffe: Setzen Sie KI-gestützte Bedrohungserkennung, automatisierte Incident Response und prädiktive Analytik ein, um zunehmend ausgefeilten Angreifern einen Schritt voraus zu sein.
Richten Sie Compliance an Sicherheit aus: Nutzen Sie regulatorische Anforderungen wie DSGVO und den EU AI Act als Rahmenwerke, um Ihre gesamte Datensicherheitslage zu stärken, statt sie als isolierte Pflichten zu behandeln.
Cybersicherheit im Jahr 2026 erfordert mehr als Technologie; sie erfordert einen strategischen, datenorientierten Ansatz, der jede Information sowohl als Asset als auch als potenzielle Verbindlichkeit betrachtet. TJC Group unterstützt Unternehmen mit über 25 Jahren Expertise im Datenvolumenmanagement und ISO-27001-Zertifizierung dabei, Datenmanagement-Grundlagen zu schaffen, die eine wirklich resiliente Cybersicherheitsstrategie tragen. Kontaktieren Sie uns noch heute, um zu erfahren, wie wir Ihnen helfen können, Ihre Datenlandschaft zu kontrollieren und Ihre Verteidigung zu stärken.

