Autor: Ravindra Pawar, Senior Software Engineer II, TJC Group
Die Stilllegung von Altsystemen wurde traditionell als komplexe, plattformspezifische Herausforderung gesehen. Während ELSA seit Langem die bewährte Lösung für die Stilllegung von SAP-Systemen ist, freuen wir uns, eine wesentliche Erweiterung unserer Funktionen bekannt zu geben. Durch innovative Techniken zur Datenintegration bietet ELSA nun einen umfassenden Ansatz zur Stilllegung von Non-SAP-Systemen und schafft damit eine wirklich universelle Plattform für das Management von Altdaten. Verfasst von unserem ELSA-Experten Ravindra Pawar, beleuchtet dieser Blog alle wichtigen Erkenntnisse, die Sie kennen sollten!
Inhaltsübersicht
Einführung
Jede Organisation steht bei der Modernisierung ihrer IT-Landschaft vor demselben grundlegenden Dilemma: Wie bewahren Sie jahrzehntelang wertvolle historische Daten, während Sie zugleich Kosten und Komplexität der Wartung veralteter Systeme beseitigen? Diese Herausforderung geht weit über SAP-Umgebungen hinaus und betrifft alles – von alten CRM-Systemen bis hin zu individuell entwickelten Anwendungen, die Unternehmen über Jahre hinweg zuverlässig gedient haben. Um dem zu begegnen, heben wir unsere Expertise auf die nächste Stufe, indem wir die ELSA-Funktionen erweitern, sodass jedes Altsystem unabhängig von seiner ursprünglichen Plattform oder Architektur verarbeitet werden kann.
Die universelle Herausforderung des Altdatenmanagements
Altsysteme stellen Organisationen vor ein kostspieliges Paradoxon. Diese Systeme enthalten häufig jahrzehntelang kritische Unternehmensdaten, regulatorische Aufzeichnungen und historische Erkenntnisse, die lange nach der Obsoleszenz der ursprünglichen Anwendung wertvoll bleiben. Die Stilllegung von Altsystemen – diese Systeme ausschließlich für den Datenzugriff weiter zu betreiben, verursacht jedoch erheblichen Aufwand in Form von Lizenzkosten, Infrastrukturbedarf und spezialisiertem Support.
Noch komplexer wird die Herausforderung in den heutigen hybriden IT-Umgebungen. Moderne Organisationen betreiben typischerweise eine Mischung aus SAP-Systemen, cloudbasierten SaaS-Anwendungen, individuell entwickelten Lösungen und Legacy-Plattformen, die teils Jahrzehnte alt sind. Jedes System hat seine eigene Datenstruktur, Zugriffsmethoden und Wartungsanforderungen – das führt zu einer fragmentierten und kostspieligen Datenlandschaft.
Traditionelle Ansätze für dieses Problem basieren oft auf System-für-System-Lösungen, die jeweils spezielles Know-how und individuelle Entwicklung erfordern. Dieser Stückwerk-Ansatz erhöht nicht nur die Kosten, sondern schafft auch mehrere potenzielle Fehlerquellen sowie Compliance-Risiken.
ELSAs bewährte SAP-Expertise
Für SAP-Systeme setzen wir auf TJCs umfassende Lösungssuite, darunter TJC Group’s AEC, DSC, Doc_EX und RAC, die die SAP-spezifischen Anforderungen berücksichtigt, die generische Datenmanagement-Tools schlicht nicht abdecken können. Diese Lösungen bilden eine hochspezialisierte, integrierte Plattform, die auf einem tiefen Verständnis von SAPs einzigartiger Datenarchitektur, Archivierungsprozessen, Sicherheitsmodell und regulatorischen Reporting-Anforderungen basiert.
Unser SAP-fokussierter Ansatz hat seinen Wert in Hunderten von Implementierungen weltweit bewiesen. Durch das Verständnis der Feinheiten von SAPs Datenbeziehungen, Geschäftsobjektstrukturen und Compliance-Anforderungen haben wir Organisationen dabei unterstützt, ihren SAP-System-Footprint um bis zu 70 % zu reduzieren – bei voller Datenzugänglichkeit und regulatorischer Compliance.
Diese Expertise im Umgang mit komplexen, geschäftskritischen Daten bildet die Grundlage für unsere Expansion in Non-SAP-Umgebungen. Die Prinzipien von Datenintegrität, regulatorischer Compliance und Benutzerzugänglichkeit, die unsere SAP-Lösungen antreiben, sind gleichermaßen auf jedes Altsystem anwendbar.
Jenseits von SAP: ein neues Terrain
Für Non-SAP-Systeme bieten wir nun die ELSA-Extract-Lösung an, die auf Datenbankebene läuft. Dies stellt eine zusätzliche Möglichkeit dar, Non-SAP-Anwendungen zu verwalten – sie ersetzt bestehende Methoden nicht, sondern erweitert unsere Fähigkeiten, um ein breiteres Spektrum an Herausforderungen abzudecken, die bei der Stilllegung von Altsystemen auftreten.
Wir erweitern unsere Datenintegrationsfähigkeiten über klassische SAP-Systeme hinaus, indem wir innovative Datenextraktionsmethoden und Integrationstechnologien nutzen. Dieser neue Ansatz ermöglicht es uns, ein flexibleres und skalierbares Datenmanagement-Framework zu schaffen, das Daten aus einer größeren Vielfalt an Quellen effektiv verwalten kann – einschließlich moderner SaaS-Anwendungen und älterer, individuell entwickelter Systeme. Diese Erweiterung schließt eine kritische Marktlücke. Während viele Organisationen Lösungen für ihre SAP-Stilllegungsanforderungen gefunden haben, wurden Non-SAP-Systeme oft auf unbestimmte Zeit weiterbetrieben, schlicht weil keine praktikable Stilllegungsoption existierte. Unsere erweiterte ELSA-Plattform bietet nun eine umfassende Lösung für diese universelle Herausforderung.
Technische Innovation: Integration von Apache NiFi
Als robustes und skalierbares Datenintegrationstool dient Apache NiFi als Brücke zwischen Altsystemen und den Archivierungsfunktionen von ELSA. Tatsächlich zeigt unser aktueller Proof-of-Concept (POC) mit Apache NiFi die verbesserte Fähigkeit von ELSA, Daten aus Non-SAP-Quellen zu übernehmen, zu archivieren und darzustellen. Der technische Ansatz konzentriert sich darauf, einen nahtlosen Integrationsfluss zu schaffen, der sich an nahezu jede Datenquelle anpassen kann. Durch die Nutzung branchenüblicher Konnektivitätsoptionen und flexibler Daten-Transformationsmöglichkeiten können wir Daten aus Systemen extrahieren – von modernen Cloud-Anwendungen bis hin zu jahrzehntealten Mainframe-Datenbanken. Diese technische Basis bietet mehrere wesentliche Vorteile bei der Stilllegung von Altsystemen. Erstens setzt sie auf bewährte, unternehmensfähige Integrationstechnologie, der Organisationen ihre kritischsten Daten anvertrauen können. Zweitens schafft sie einen standardisierten Ansatz, der sich auf verschiedene Quellsysteme anpassen lässt, ohne umfangreiche individuelle Entwicklung zu erfordern. Und schließlich gewährleistet sie die Datenintegrität und Audit-Trails, die für die regulatorische Compliance unerlässlich sind.
Hier ist eine visuelle Darstellung des von uns entwickelten NiFi-Flows:
Der nahtlose Datenmigrationsprozess
Unsere erweiterte ELSA-Plattform folgt einem strukturierten Ansatz für die Non-SAP-Datenmigration, der sowohl technischen Erfolg als auch Geschäftskontinuität sicherstellt. Der Prozess beginnt mit der direkten Verbindung zum Quellsystem über geeignete Konnektivitätsmethoden, sodass wir Standardabfragen ausführen können, um kritische Geschäftsdaten abzurufen. Nach der Datenextraktion stellen anspruchsvolle Transformationsprozesse sicher, dass die Daten korrekt strukturiert werden – einschließlich der Ergänzung eindeutiger Kennungen pro Datensatz, um Datenintegrität und Nachverfolgbarkeit während des gesamten Prozesses zu gewährleisten.
Der innovativste Aspekt unseres Ansatzes liegt in der dynamischen Erstellung von Datenwörterbüchern. Dabei handelt es sich um umfassende Tabellensätze, die definieren, wie Altsystemdaten innerhalb von ELSA angezeigt und genutzt werden. Dazu gehören detaillierte Informationen zu Altsystemtabellen samt Beschreibungen, umfassende Listen von Altsystemfeldern aus allen Tabellen mit Datentypen, Längen, Beschreibungen und Beziehungen.
Dieser metadatengesteuerte Ansatz stellt sicher, dass Daten vollständig zugänglich und aussagekräftig bleiben – selbst Jahre nachdem das ursprüngliche System stillgelegt wurde. Nutzerinnen und Nutzer können die archivierten Daten so intuitiv navigieren und durchsuchen, wie sie es im ursprünglichen System tun würden, ohne Spezialwissen über die zugrunde liegende Archivstruktur zu benötigen.
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Den Wert archivierter Daten erschließen
Nachdem die Datenmigration und die Metadatenbefüllung abgeschlossen sind, sind archivierte Daten innerhalb der ELSA-Anwendung vollständig zugänglich. Die Oberfläche bietet eine klare, übersichtliche Ansicht der importierten Geschäftstabellen und ihrer Inhalte und zeigt, dass ELSA als einziges, zentralisiertes Repository für historische Daten aus beliebigen Quellen fungieren kann.
Diese Zugänglichkeit ist entscheidend, um den vollen Wert Ihrer Dateninvestition zu realisieren. Historische Daten enthalten häufig Erkenntnisse, die aktuelle Geschäftsentscheidungen unterstützen, regulatorische Prüfungen erleichtern oder Kontext für die strategische Planung liefern. Indem diese Daten leicht durchsuchbar und zugänglich gemacht werden, können Organisationen ihre historischen Informationswerte auch nach der Stilllegung der ursprünglichen Systeme weiter nutzen.
Der einheitliche Ansatz vereinfacht nicht nur das Datenmanagement , sondern auch das Compliance-Management. Anstatt für Audit-Zwecke den Zugriff auf mehrere Altsysteme aufrechtzuerhalten, können Organisationen Auditoren und Aufsichtsbehörden auf ein einziges, gut organisiertes Archiv verweisen, das alle erforderlichen historischen Informationen enthält.
Geschäftliche Vorteile der universellen Stilllegung
Die Erweiterung der ELSA-Funktionen liefert erheblichen geschäftlichen Mehrwert in mehreren Dimensionen. Unmittelbar können Organisationen ihre Total Cost of Ownership (TCO) deutlich senken, indem sie Altsysteme stilllegen, die teuer sind und einen hohen Wartungsaufwand erfordern – ohne den Zugriff auf kritische historische Daten zu verlieren.
Über die Kostensenkung hinaus schafft der zentralisierte Ansatz operative Effizienzen. IT-Teams müssen keine Expertise mehr für mehrere Legacy-Plattformen vorhalten, und Fachanwenderinnen und -anwender können historische Informationen über eine einzige, konsistente Oberfläche abrufen. Diese Konsolidierung reduziert zudem Sicherheitsrisiken, indem mehrere potenzielle Zugriffspunkte entfallen und die Data Governance vereinfacht wird.
Aus strategischer Sicht ermöglicht universelle Stilllegung ambitioniertere Initiativen zur IT-Modernisierung. Organisationen können Cloud-Migration, digitale Transformation und Systemkonsolidierung mit Zuversicht vorantreiben – im Wissen, dass ihre historischen Daten während des gesamten Übergangs zugänglich bleiben.
Die Compliance-Vorteile sind ebenso erheblich. Durch die Pflege umfassender Archive in einer kontrollierten Umgebung können Organisationen Aufbewahrungsfristen und regulatorische Anforderungen erfüllen und gleichzeitig die Komplexität des Compliance-Datenmanagements reduzieren. Dies ist besonders wertvoll in stark regulierten Branchen, in denen historischer Datenzugriff häufig für Audits und Untersuchungen erforderlich ist.
Fazit
Die Erweiterung der ELSA-Funktionen über SAP hinaus stellt einen bedeutenden Meilenstein im Enterprise-Datenmanagement dar. Unsere bewährte Expertise im ganzheitlichen Datenmanagement, kombiniert mit innovativen Integrationstechnologien, hat es uns ermöglicht, eine wirklich universelle Lösung für die Stilllegung von Altsystemen zu schaffen. Diese Weiterentwicklung adressiert eine der hartnäckigsten Herausforderungen der IT-Modernisierung und bietet eine umfassende Lösung, die unabhängig von Plattform oder Architektur des Ursprungssystems funktioniert.
Für Organisationen, die ihre digitale Transformation planen, bietet ELSA nun die Sicherheit, ambitionierte Modernisierungsziele zu verfolgen, ohne den Zugriff auf wertvolle historische Daten zu verlieren. Ob Sie mit SAP-Systemen, individuellen Anwendungen oder modernen SaaS-Plattformen arbeiten – unser einheitlicher Ansatz stellt sicher, dass Ihre Daten zugänglich, compliant und wertvoll bleiben.
Die Zukunft des Enterprise-Datenmanagements liegt in flexiblen, umfassenden Lösungen, die sich an jede technische Umgebung anpassen können. Mit den erweiterten Funktionen von ELSA erleben Sie die Flexibilität, die Sie benötigen – kombiniert mit einer optimierten Verwaltung von Altdaten. Kontaktieren Sie uns noch heute, um zu erfahren, wie wir Ihnen helfen können, Ihre IT-Landschaft zu vereinfachen und zugleich den vollen Wert Ihrer historischen Datenbestände zu erschließen.